[Rezension] Tochter des dunklen Waldes

Titel: Tochter des dunklen Waldes
Autor: Seck, Katharina
Genre: Fantasy
Verlag: Bastei Lübbe
Wertung: ★★★★☆
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Ein finsterer dunkler Wald, in dem ein dunkles Geheimnis lauert, verspricht Nervenkitzel, Grusel und blanken Horror. Das Cover dieses Buchs zeigt aber schon, dass die hier erzählte Geschichte in eine gänzlich andere Richtung geht. Und damit auch für jene Leser geeignet ist, die nicht so spannende und aufregende Geschichten bevorzugen.

Spannung?

Eine fesselnde, wendungsreiche und mitreißende Geschichte sucht man im dunklen Wald nämlich vergebens. Es gibt zwar ein Geheimnis, aber dieses wird ruhig und durchaus vorhersehbar erzählt. Damit fällt es in meinen Augen nicht nur in die Kategorie Fantasy, sondern vor allem auch in das Genre “Jugendbuch”.

Vieles an dem Buch erinnert mich an ein klassisches Jugendbuch, wobei ich positiv überrascht wurde, wie Lilah sich eben nicht bedingungslos ihrem Schicksal beugt, sondern durchaus mit ihm hadert. In vielen Büchern liest man von Protagonisten, die erschütternde Ereignisse einfach so hinnehmen, als wäre nichts geschehen. Lilah setzt sich mit ihrer Situation hingegen auseinander, was ihr Authentizität verleiht.

 

Charaktere

Die Authentizität ist dann auch ein Aspekt in diesem Buch, weswegen es lesenswert ist. Auch wenn sie nur die Hauptcharaktere betrifft. Bei den Nebencharakteren bedient sich Seck durchaus so manchem Stereotyp, der die klassischen Klischees erfüllt.

Das allerdings bewusst, denn dadurch ufert das Buch nicht zu weit aus und bleibt eben auch für ein jüngeres Publikum interessant. Der stilsichere Schreibstil tut dabei sein übriges dazu, denn dieser ist zwar bildgewaltig, aber nicht überbordend und kompliziert.

 

Romantik?

Das Cover lässt einen “Romantasy-Roman” vermuten, in dem Liebe und Romantik und vielleicht sogar eine Schnulze im Vordergrund steht. Aber auch hier wurde ich freudig überrascht. Ich gebe zu, dass ich ohne andere Lesermeinung mich diesem Buch nicht gewidmet hätte, weil ich einen zu starken Einfluss der seichten Liebesliteratur befürchtet hätte.

Zum Glück haben andere Leser nicht untertrieben und diese Elemente halten sich tatsächlich dezent zurück. Gerade zum Ende hin wechselt das Buch hingegen zu einem Werk, in dem Vorurteile, vorgefertigte Meinungen und Schubladendenken in den Vordergrund rücken.

Auch hier wieder in einer Art und Weise, in der ein jüngeres Publikum angesprochen wird. Vor allem Stereotypen, Klischees und vereinfachte Handlungselemente verdeutlichen dies. Damit wird dem Buch ganz bewusst Spannung und so manche Dramatik genommen.

 

Fazit

Mir hat dieses Buch gefallen. Nicht nur, weil ich in vielen Aspekten positiv überrascht wurde, sondern auch, weil es authentisch und ruhig erzählt wird. Auch wenn ich gerne Thriller- und Horror- oder Mystery-Bücher lese, so bin ich auch der ruhigen Fantasy-Geschichte nicht abgeneigt, so wie sie hier geboten wird.

Wer gerne abseits spannender und nervenaufreibender Geschichten liest, der ist hier genau richtig. Mit einer Geschichte voller Fantasie und authentischen Charakteren machen Liebhaber ruhiger Fantasy-Literatur hier nichts falsch.

 

 


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Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Bastei-Lübbe-Verlag als Print zur Verfügung gestellt. Weitere Hinweise zu den Rezensionsexemplaren findet sich in meiner Verlagsübersicht.
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