Mit Worten ist der Anblick nicht zu beschreiben …

Titel: Vergessene Welt: Band 1
Autor: Bec, Christophe (Autor); Faina, Fabrizio (Autor); Salvatori, Mauro (Autor)
Genre: Graphic Novel
Verlag: Splitter Verlag
Wertung: ★★★★★
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Sir Arthur Conan Doyle kennen viele nur in Verbindung mit Sherlock Holmes. Er konnte aber auch andere Welten erschaffen. Eines seiner Spätwerke ist Inspiration für viele Filmemacher und Autoren gewesen und entführt den Leser in ganz andere Welten. Die Rede ist von „Vergessene Welt“, das der Splitter Verlag als Graphic-Novel-Adaption in drei Teilen auf den Markt gebracht hat.

In dem vorliegenden ersten Teil werden die Ereignisse bis zum Erreichen des Plateaus beschrieben, wobei sich das Erzählte relativ stark an die Buchvorlage hält. Wie bei vielen Graphic-Novel-Adaption ist es auch hier nicht notwendig, die Vorlage zu kennen. Auf der anderen Seite werden die Kenner selbiger sich gleich zurechtfinden.

 

Das Abenteuer beginnt

Wie so viele Abenteuergeschichten fängt auch diese etwas geruhsam an. Was aber nicht zwingend bedeutet, dass es langweilig wird. Nur wer in diesem ersten Teil schon viele Dinos aus der „vergessenen Welt“ vermutet, wird enttäuscht werden. Denn es beginnt wie schon erwähnt mit der Expedition und deren Vorbereitungen. Das wird sicherlich bei einigen Fernweh auslösen – anderen hingegen ein abschreckendes Beispiel sein, um in den hiesigen Gefilden zu bleiben.

Das funktioniert natürlich nur mit gelungenen Zeichnungen. Diese verstärken den Eindruck der Geschichte, wobei der Zeichner auf wohlbekannte Stilmittel zurückgreift. Die Farbgebung der Bilder passt sich an die Umgebung an, Rückblenden verblassen klassisch zu schwarz-weiß.

 

Und der Inhalt?

Wer weder das Buch noch eine der Verfilmung kennt, wird vielleicht die „Vergessene Welt“ mit Jurrasic Park verwechseln. Der Hollywood-Blockbuster hat aber nichts mit dieser Buchvorlage gemein. Bis auf die Dinos vielleicht.

Hier wird vielmehr die Geschichte des Professors Challenger erzählt, der in einem Wettstreit mit Prof. Summerlee steht. Es geht (ebenfalls ganz klassisch) um die Rivalität zwischen der althergebrachten und der neuen Wissenschaft. Natürlich merkt man dem Werk an, dass es nicht nur 1910 spielt, sondern auch 1912 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Damals tickten die Menschen eben anders.

Interessant, dass das Stilmittel aufgegriffen wird, die Geschichte als Tagebuch des mitreisenden Reporters Malone zu erzählen. So bekommen die Tagebucheinträge durch die optische Untermalung gleich eine andere Gewichtung, wie z.B. in der Szene, die Pate für den Titel meiner Rezension stand: „Mit Worten ist der Anblick nicht zu beschreiben“ ist die Steilvorlage für eine optische Aufarbeitung.

 

Fazit

Der Leser darf kein Jurrasic Park erwarten, denn diese Graphic Novel orientiert sich an der Buchvorlage von 1912. Und diese erzählt nun mal eine andere Geschichte – die allerdings in meinen Augen deutlich reizvoller ist, als der Hollywood-Blockbuster.

Es muss nicht immer das Rad neu erfunden werden und so tut es diesem ersten Teil keinen Abbruch, dass durchgehend auf klassische Stil- und Erzählmittel zurückgegriffen wird. Es resultiert in einer soliden und faszinierend erzählten Geschichte und entführt den Leser in entfernte Abenteuerwelten. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

 

Eine Leseprobe findet sich auf der Homepage des Splitter-Verlags.

 



 

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