Die Gabe der Könige

Titel: Die Gabe der Könige (Die Chronik der Weitseher 1)
Autor: Hobb, Robin
Genre: Fantasy
Verlag: penhalingon
Wertung: ★★★★★

 

Die Titel „Die Gabe der Könige“ und „Der Adept des Assassinen“ sagen schon viel über den Inhalt dieses Buchs aus, das vom Penhaligon Verlag in diesem Herbst neu aufgelegt wird. Wenn dann noch der Satz „Er dient dem König bis in den Tod“ folgt, dann braucht man eigentlich kein Wort mehr über den Inhalt verlieren.

Aber dieses Buch ist natürlich mehr. Und bis es zum Leser vordringt, was sich hinter den genannten Sätzen verbirgt, dauert es auch eine ganze Weile.

Penhaligon ist der dritte Verlag, der die Trilogie in sein Programm aufnimmt. Zuvor erschien dieser erste Band bei Bastei-Lübbe unter dem besagten Titel „Der Adept des Assassinen“ und Heyne unter dem Titel „Der Weitseher„. Geändert wurde diese Neuauflage meines Wissens nicht, so dass sie sich an die Leser richtet, denen die Trilogie bisher noch unbekannt ist.

 

Im Mittelpunkt

Fitz, ein unehelicher Sohn eines Prinzen, spielt in diesem Buch nicht nur die Hauptrolle, sondern er ist auch zugleich der Erzähler, der seine Geschichte in Form eines Tagebuch ähnlichen Stils aus der Ich-Perspektive erzählt. Er selbst nennt sein Werk eine Chronik.

Diesem Stil ist es geschuldet, dass die Kapitel in einem fortgeschrieben wurden und zuweilen Absätze fehlen, wenn es thematisch und inhaltlich eine Wendung gab. Erzählte er z.B. am Anfang eines Kapitels von etwas allgemeinen, springt einen Satz später die Handlung wieder zum Hauptprotagonisten. Dies hat mich zuweilen irritiert.

Glücklicherweise war dies die einzige Stelle, in der ich Irritation empfand. Ansonsten ist die Geschichte weniger komplex und kommt mit wenigen Charakteren aus, die dafür umso eindrücklicher Platz in der geschaffenen Welt finden.

 

Die Welt

Diese ist ebenfalls angenehm vertraut, dann aber doch so anders. Schon fast subtil wird die Andersartigkeit dieser Welt dem Leser erst im Laufe der Zeit klar. Mit kleinen unscheinbaren Einschüben wird deutlich, dass bestimmte Dinge anders funktionieren.

Der Fokus liegt eindeutig in der Geschichte von Fitz, seinem Handeln sowie seinen Erlebnissen am Hofe des Staates. Und wie ihm die Menschen begegnen, die ihn als unehelichen Sohn mal akzeptieren und mal verachten. Das bietet viel Spielraum für verzwickte zwischenmenschliche Beziehungen – im Guten, wie im Schlechten, die ein markantes Wesen in diesem Buch darstellen.

Wer also mächtige Magier, epische Schlachten und einfältige Charaktere sucht, wird von diesem Buch enttäuscht werden und sollte tunlichst Abstand halten. Dieses Buch deswegen als langatmig zu bezeichnen, wird ihm dann allerdings nicht gerecht! Vielmehr nimmt sich Hobb die Zeit, ihre Figuren glaubwürdig zu präsentieren und agieren zu lassen.

 

Fazit

Ich hatte sehr viel Freude damit, Hobbs Charaktere durch diese Geschichte zu begleiten. In erster Linie natürlich Fitz dabei zuzusehen, wie er in die Mühlen der Aristokratie gelangt und versucht, sich als „Jungspund“ zu behaupten. Ich fand es zudem sehr wohltuend eine Fantasy-Geschichte jenseits der Endlos-Reihen und Jugendromane zu lesen, die in meinen Augen in den letzten Jahren das Fantasy-Genre zu überschwemmen scheinen.

Demnach bin auch sehr froh, dass ich durch die Neuauflage dieser Trilogie auf sie aufmerksam wurde und ich mich ihr widmen durfte. Jeder Freund des Fantasy, der sich in meiner Situation befindet, kann ich nur empfehlen, es mir gleichzutun.

 


Zu den Verlagsinfos mit ausführlicher Leseprobe.

Als E-Book ist das Buch schon erhältlich. Als Print kommt es am 28.08. in den Handel.

Teil 2 „Der Bruder des Wolfs“ erscheint zum 18.09. als E-Book und zum 16.10. als Print
Teil 3 „Der Erbe der Schatten“ erscheint zum 13.11. als E-Book und zum 11.12. als Print.

 

Wer direkt in das Buch hereinlesen möchte, kann dies mit der Amazon-Direktvorschau machen:

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