Ich werde Buchblogger – Teil 4: Schreiben einer Rezension

Der Verfasser einer Rezension ist im Grunde genommen ein Autor, der den gleichen Regeln des Schreibens unterworfen ist wie ein Schriftsteller, der einen Roman oder eine Kurzgeschichte schreibt. Der amerikanische Schriftsteller William Cuthbert Faulkner hat zum Beispiel sehr treffend gesagt:
„Schreib den ersten Satz so, daß der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.“

Nicht umsonst behauptet Stephen King von sich selbst, dass ihm mit folgendem Satz der beste Buchanfang überhaupt gelungen ist.
„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“

So versuche auch ich mit meinen Rezensionen einen Anfang zu finden, der den Leser sofort bei der Stange hält. Und so finden sich bei meinen Rezensionen keine Informationen zu dem Buch. Ich liste keine Seitenzahlen auf und auch der Klappentext findet sich nicht in der Rezension. Ich gebe zu, dass dies lediglich ein Versuch ist, eine interessante Rezension zu schreiben, der nicht immer klappen mag. Auch bei meinen Rezensionen wird es gute und schlechte geben.

Wer ein bisschen in den unterschiedlichsten Buchblogs stöbert, wird feststellen, dass es viele Rezensionen gibt, in denen die eigene Meinung lediglich aus einem Absatz besteht. Der Rest besteht aus Informationen, die man (vor allem bei Amazon und Thalia) nur ein bisschen weiter oben in der Artikelbeschreibung schon lesen konnte.

Das vermeide ich recht konsequent. Nur wenn ich auf etwas Besonderes aufmerksam machen möchte, weiche ich davon ab, wie zum Beispiel bei der Rezension zu „Wedora„, wo ich den Klappentext kritisiert habe.

Standard!?

Es gibt tatsächlich „Anleitungen“ im Netz, die versuchen, einen Standard bezüglich dem Schreiben von Rezensionen zu etablieren. Daran kann man sich orientieren. Muss man aber nicht.
Dieses typisch deutsche Verhalten, das der sogenannten Übermoderation in Foren ähnelt, ist mir schon bei Bewertungsportalen wie z.B. Ciao über den Weg gelaufen, in denen ich mich vor Äonen ebenfalls betätigt habe.

Der Unterschied zu diesen Bewertungsportalen liegt eindeutig darin, dass der Rezensient für gewöhnlich kein Feedback erhält. Niemand sagt einem, wie gut die Rezensionen ankommen … oder eben nicht. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Ich finde, dass bei Rezensionen eine persönliche Note viel angebrachter ist. Ganz einfach auch deshalb, weil ich auf bestimmte Aspekte eines Werks detaillierter eingehen kann ohne mich selbst in ein enges Korsett einer „Anleitung“ zu zwängen.

 

Länge

Ich versuche eine Rezension nicht länger als eine DIN-A4-Seite werden zu lassen. Und für so manchen ist selbst das schon zu viel. Das führt manchmal dazu, dass ich die Rezension für Verkaufsplattformen wie Amazon anpasse und kürze. Das mache ich angesichts des Aufwands nur manchmal.

Immerhin investiert ein Buchblogger in eine Rezension im Schnitt ca. eine Stunde. Eine generelle Anpassung an die unterschiedlichen Portale würde einen deutlichen Mehraufwand bedeuten. Zeit, die viele lieber mit Lesen verbringen.

Die Länge einer Rezension ist natürlich auch vom Umfang des Buchs abhängig. Über einen 1000-Seiten-Wälzer lässt sich sicherlich mehr erzählen als über eine 10-Seiten-Mini-Kurzgeschichte.

 

Qualität

Meine Rezensionen sind nicht fehlerfrei! Das ist menschlich. Manchmal gibt es logische Fehler, weil ich vielleicht einen Absatz im Nachhinein geändert habe, ohne einen anderen Absatz zu berücksichtigen oder aber auch Rechtschreibfehler. Trotz alle Rechtschreibkorrekturhilfen lässt sich das nicht vermeiden.

Dennoch versuche ich die Qualität meiner Rezensionen hoch zu halten. Mindestvoraussetzung dafür ist eine Rezension mehrmals zu lesen und ggf. zu überarbeiten. Das ist zeitintensiv, aber diese Zeit sollte man sich nehmen.

Auch die Erhöhung der Lesbarkeit durch das Einsetzen von Absätzen macht Sinn. Vor allem muss man bedenken, dass es in Online-Artikeln angenehmer ist, wenn sich der Text in mehreren sichtbaren Absätzen unterteilt. Kennt vielleicht jeder, der im Netz schon mal längere Bewertungen ohne jeglichen Absatz im Fließtext gelesen hat.

 

Empfehlung

Ich als Leser eines Buchs stelle gewisse Ansprüche an selbiges. Die dürfen deutlich höher sein, als die eigenen an meine Rezension, verfüge ich nicht über einen Lektor oder ein Korrektorat. Ich kann aber versuchen, zumindest Flüchtigkeits- und Tippfehler zu minimieren und selbst ein gewissen Anspruch an die eigene Qualität zu stellen.

Der Blogger muss sich immer vor Augen halten, dass er selbst kaum Feedback erhält. Ich habe im Laufe der Zeit schon mal positives Feedback von Verlagspressevertretern erhalten. Das war durchaus sehr hilfreich, ist aber sehr selten. Mit Kritik halten sich die Leser von Rezensionen allerdings gern zurück, so dass man ein gewisses Maß an Selbstkritik aufbringen muss.

Hilfreich ist es, sich ältere eigene Rezensionen durchzulesen. Würdest Du sie heute immer noch so schreiben?

 

Ebenfalls in dieser Reihe erschienen:

 


 

3 responses to “Ich werde Buchblogger – Teil 4: Schreiben einer Rezension”

  1. […] Ich werde Buchblogger – Teil 4: Schreiben einer Rezension […]

  2. […] Ich werde Buchblogger – Teil 4: Schreiben einer Rezension […]

  3. […] habe ich mich auch erinnert, dass ich den Artikel zum Schreiben einer Rezension verfasst habe. Hier auf „meinem“ Blog habe ich hingegen alle Freiheiten der Welt und […]

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