Das Angesicht des Vaters

Titel: Stephen Kings Der dunkle Turm, Band 3 – Verrat
Autor: King, Stephen (Autor); David, Peter (Autor); Furth, Robin (Illustrator); Phillips, Sean (Illustrator)
Genre: Graphic Novel
Verlag: Panini/Heyne
Wertung: ★★★★★

 

Sich dem Turm von einer anderen Seite nähern. Diesen Anspruch hat die Graphic-Novel-Reihe zum Epos „Der dunkle Turm“ von Stephen King. Mit diesem dritten Band der fünfzehnteiligen Reihe schafft es das Team aufs neue, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Geteilt

Dabei ist dieses Buch wie die beiden Vorgänger aufgeteilt in einen graphischen und einen erzählerischen Teil. Der graphische Teil erzählt, was passierte, als Roland mit seinem Ka-Tet zurück nach Gilead gekehrt war, nach dem sie in Mejis erfolgreich das Böse bekämpft haben.

Hier greifen die Autoren Themen auf, die sich in den Büchern so nicht wiederfinden. Oder zumindest nur zum Teil, so dass in diesem Band dem Gesamt-Plot ein bisschen mehr Leben eingehaucht wurde.  Allerdings verbleibt das Buch in der Jugend von Roland und zeichnet deutlich stärker ein Bild von der Gesellschaft vor dem Fall Gileads.

Hintergrund

Dabei ist der Name des Buchs Programm und der Spruch „Du hast das Angesicht Deines Vaters vergessen“ begegnet dem Leser in mannigfaltiger Weise. So auch im zweiten (kleineres) Teil des Buchs, in etwas näher auf diesen Aspekt der Geschichte eingegangen wird. Zusätzlich erhält der Leser Einblicke in andere Grenzregionen der Erzählungen, die im Großen und Ganzen ebenfalls sehr lesenswert sind.

Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass ich relativ oft über einen Schreibstil gestolpert bin, der weder zu Stephen King noch zum Dunklen Turm passen möchte. Die meisten Texte lesen sich so, als wären sie nicht der Feder Kings entsprungen. Die Texte sind zwar nicht schlecht, aber nicht 100%-ig stimmig.

Grafiken

Eine Graphic Novel lebt natürlich von den Illustrationen. Diese sind im zweiten Band von gleicher Qualität wie im ersten und zweiten Band. Es fällt auf, dass die Grafiken zwar bunter, das Buch im Allgemeinen aber weiterhin recht düster ist. Trotz unterschiedlicher Farbvariationen.

Allerdings fehlen ein bisschen die Bilder mit „epischer Tragweite“, so wie sie noch im ersten und zweiten Band zu finden sind. Bilder, die für sich alleine stehen können und beim Kenner der Serie einen Ah-ha-Effekt auslösen.

Dennoch ist dies Jammern auf hohem Niveau, denn die Zeichnungen sind auch im dritten Band durchweg sehenswert.

Fazit

Der dritte Band knüpft nahtlos an die beiden Vorgängerbände an. Diese sind zum Verständnis der Geschichte auch zwingend notwendig, soweit die Bücher unbekannt sind. Leser, die die Serie kennen, werden auch in diesem Band quereinsteigen können.

Ich bin auch vom bildgewaltigen dritten Band der Graphic Novel Reihe begeistert. Die Grafiken und Illustrationen sind weiterhin sehr sehenswert, auch wenn die Aussagekraft im Vergleich zu den Bänden 1 und 2 etwas nachgelassen hat. Die Zusatzinhalte und Darstellung der nicht-erzählten Inhalte aus den Büchern macht diesen Band ebenso für Kenner der Serie interessant wie für diejenigen, die sich dem Turm ausschließlich über diese Graphic Novel nähern.

 

Zur Übersicht aller bisher erschienen Exemplare dieser Reihe.

 


Dieses Buch enthält explizite Gewaltbeschreibungen -und darstellungen
und ist nicht für zartbesaitete oder minderjährige Leser geeignet.

 


One response to “Das Angesicht des Vaters”

  1. […] mich zu einem Novum der „Dunkle-Turm-Graphic-Novel-Reihe“, denn ohne Vorkenntnisse des dritten Bands, findet sich der Leser in dieser Geschichte nicht […]

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