Skin Medicine: Die letzte Grenze ★★★☆☆

Western. Wer einen Western sucht, ist hier genau richtig. Horror. Oh, ja, denn dieses Buch trieft nur so vor blutigen und teilweise stark überzeichneten Beschreibungen von Gewalt. Comic. Tatsächlich erinnert vieles an diesem Buch an ein Comic, obwohl kein einziges Bild enthalten ist. Thriller. Nein, das sicher nicht. Spannung wollte nicht so recht aufkommen.

Ob die Welt 1882 in einer Goldgräbersiedlungen wirklich so trostlos war? Ich vermag es nicht zu sagen, aber Tim Curran beschreibt die Westernstädte in seinem Buch wie heruntergekommene Löcher, in denen die Menschen mehr Recht als Schlecht ihr Geld verdienen.

Western.

Über weite Strecken des Buchs liest es sich wie ein Western. Es finden sich zwar keine detailreichen Beschreibungen des damaligen Lebens wie in einem historischen Roman, aber sehr oft kommen Bilder von verregneten und verschlammten Westernstädte in des Lesers Kopf. Das hat auf der einen Seite einen gewissen Reiz, nimmt dem Buch aber die Spannung.

Horror.

Damit spart Tim Curran definitiv nicht. Zumindest, wenn man den Horror mit Splatter gleichsetzt. Er bedient sich nicht nur der Fäkalsprache, sondern beschreibt in dem Buch so manch blutiges Detail, dass man als Leser vielleicht sein Kopfkino besser abschaltet. Das Buch ist definitiv nichts für Zartbesaitete.

Zuweilen übertreibt er seine Gewaltdarstellungen, so dass das Buch ins Surreale abdriftet und sich nicht nur deshalb manchmal liest wie ein Comic.

Comic?

Ja, Comic. Es gibt zwar keine Zeichnung, aber so manche Einführung in einen neuen Abschnitt des Buchs bzw. der Geschichte liest sich wie ein Comic oder eine Graphic Novel. Die Erläuterungen sind kurz und abgehackt, den Dialoge so kurz und knapp dass sie gut in eine Sprechblase passen wurden.

Auf der einen Seite ist das ein interessantes Stilelement, auf der anderen Seite entsteht so die ein oder andere Länge im Buch, die sicherlich vermeidbar gewesen wäre und ihm zugleich die Spannung nimmt.

Auf der anderen Seite  sorgen diese Beschreibungen dafür, dass so mancher dieses Werk als bildgewaltig ansieht. Dem kann ich mich anschließen, auch wenn die Bilder meist blutgetränkt sind.

Thriller?

In all den bildlichen Beschreibungen von Blut, Gewalt und Trostlosigkeit verliert sich die Spannung. Diese möchte nicht so recht aufkommen. Es gibt zwar mehrere Erzählsprünge und den ein oder anderen Zeitsprung, um den Spannungsbogen anzuheben, aber so recht gelingen möchte Curran das nicht. Ganz im Gegenteil ist die Handlung über weite Strecken vorhersehbar.

Dafür werden die Charaktere gut beleuchtet und bekommen eine gewisse Tiefe. Das macht das Buch interessant, aber eben nicht spannend.

Fazit

Ich bezeichne dieses Buch als Splatter-Western, das sicherlich seine Zielgruppe haben wird. Leser, die es mögen im Blut zu waten und in das Angesicht des Teufels zu schauen, sind hier sicherlich genau richtig. Wer auf der Suche nach einem spannenden Horrorbuch ist, sollte hingegen das Buch meiden, denn er wird sicherlich enttäuscht werden.

 


Dieses Buch enthält explizite Beschreibungen von Gewalt und ist nicht für zartbesaitete oder minderjährige Leser geeignet.


 

Titel: Skin Medicine: Die letzte Grenze
Autor: Curran, Tim
Genre: Horror
Verlag: Luzifer-Verlag
Bewertung: ✦✦✦✧✧

 


Diese Leseprobe ist recht umfangreich und gibt einen recht guten Einblick in das Buch.

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