Wenn du mich tötest ★★★★★

Bei diesem Thriller wird der Leser auf die falsche Fährte gelockt. So weit, so wenig ungewöhnlich. Das Interessante ist vielmehr: Der Leser weiß es.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Julian, der unvermittelt in einem Pub auftaucht und seine Frau als vermisst meldet. Dem Leser wird vermittelt, dass etwas passiert ist, bekommt aber gerade zu Beginn der Geschichte nur Andeutungen präsentiert, aus denen er sich sein eigenes Bild macht.

Auch der Polizei wird schnell klar, dass es etwas passiert sein muss und fokussiert sich schnell auf den Tatverdächtigen. Nach und nach bekommt der Leser Informationen präsentiert, die sich langsam aber stetig zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Wendungen

Dabei gibt es zahlreiche Wendungen, die den Leser überraschen, obwohl er wusste, dass er sich wie der Detective auf der falschen Fährte befindet. Manchmal sind allerdings Ereignisse in dem Buch vorhanden, die vielleicht zu sehr an einen Zufall glauben lassen. Hier merkt der Leser, dass ein Grund für eine bestimmte Aktion gefunden werden musste (ich muss so wage bleiben, weil ich ansonsten spoilern und somit die Spannung nehmen müsste).

Die Charaktere sind recht gut und nachvollziehbar beschrieben. Vor allem die Mischung aus den Ereignissen der Vergangenheit und den Emotionen und Handlungen des Hier und Jetzt ergeben ein stimmiges und interessantes Bild vor allem auf die beiden Hauptprotagonisten. Natürlich darf auch der ermittelnde Inspektor wieder in einer Beziehungskrise stecken (warum dürfen Polizisten in Psychothrillern eigentlich keine glückliche Beziehung führen?), aber diese hält sich angenehm dezent im Hintergrund.

mystische Parallelwelt

Die Geschichte spielt an der Nordwestküste Schottlands und schafft es, im Leser Fernweh auszulösen – so er denn dem Reisen nicht abgeneigt ist.  Viele Beschreibungen der Landschaft und Ortschaften fand ich recht eindringlich, aber ohne dass sich diese in Details verlieren. Zumindest bei mir hat es den Wunsch in den Vordergrund geholt, doch endlich mal die schottischen Highlands zu besuchen, um mir selbst ein Bild der kleinen pittoresken Ortschaften und der zerklüfteten Landschaft zu machen.

Neben den Hauptprotagonisten gibt es noch die rätselhafte Figur des
Hafenarbeiters Peter, um den stets der Hauch des Mystischen wabert.
Diese Figur verleiht der Geschichte in meinen Augen einen besonderen
Touch. Eben jenes Geheimnisvolle, was man mit den Highlands vielleicht
verbinden mag. Und eine Art von Authentizität, denn solche Menschen würde
man sicherlich erwarten, wenn man dort zu Besuch ist.

Fazit

Dieser Psychothriller verbindet Spannung und eine wendungsreiche Geschichte mit der interessanten und reizvollen Beschreibung der schottischen Nordwestküste. Eigentlich alles, was für einen guten Psychothriller notwendig ist. Somit kann ich dieses Buch jedem Freund des Psychothrillers nur empfehlen.

 

Titel: Wenn du mich tötest
Autor: Winter, Karen
Genre: Psychothriller
Verlag: Droemer
Wertung: ✦✦✦✦✦

 


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