Hinterlassenschaften (Stephen King Story Selection No. 37)

Jeder Mensch hat in seinem Leben schon mal etwas erlebt, an das er sich bis an sein Lebende erinnert wird. Für viele Menschen (entsprechenden Alters) ist der 11.09.2001 ein solcher Tag.

Jeder wird sich im Detail erinnern können, wie er diesen Tag verbracht und wie er zum ersten Mal von den schrecklichen Ereignissen in New York gehört hat. Ebenso wie Scott Staley, für den der Tag sich deutlich intensiver eingebrannt hat. Denn er hatte im Hundertzehnten Stockwerk des World Trade Center gearbeitet und hatte just an diesem Tag auf seinen inneren Schweinehund gehört und war nicht auf der Arbeit erschienen.

Diese Kurzgeschichte von Stephen King, die mit 30 Seiten tatsächlich kurz ist, beginnt aber ersteinmal anders. Sie beginnt mit einer Erzählung von Dingen, die im Appartement von Scott Staley im August des Jahres 2002 auftauchten. Dabei ist nicht nur Staley in einer albernen Stimmung, auch King bringt recht viel Witz (und Albernheiten) zu Papier, der sich durch die gesamte Geschichte zieht.

Nach und nach erfährt der Leser, dass es sich bei diesen Dingen um Gegenstände aus dem Versicherungsbüro handelt, das an jenem Tag „auf die West Street gefallen“ ist. Was hat es mit diesen Hinterlassenschaften auf sich? Der Leser begleitet Staley auf der Suche nach einer Antwort, wobei beiden spätestens am Ende ein Licht aufgehen wird.

Ich fand diese Kurzgeschichte gut erzählt, wobei ich anmerken muss, dass ich den King’schen Erzählstil mag. Er springt in der Geschichte zeitlich ein wenig hin und her, aber nur so erschießen sich langsam dem Leser die Hintergründe. Die Sprünge sind aber immer nachvollziehbar und verwirren nicht.

Ich spreche für diese Kurzgeschichte eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

Dieses Geschichte ist Teil einer Serie von Kurzgeschichten. Es gibt insgesamt 50 Kurzgeschichten, die sich in Summe zur „Stephen King Story Selection“ zusammenfügen. Hinterlassenschaften ist Nummer 37. In Deutschland ist die Geschichte 2006 unter dem Titel „Nachgelassene Dinge“ erschienen, die mir persönlich aber nicht bekannt ist. Diese Kurzgeschichte wurde mir freundlicherweise vom Heyne-Verlag als Rezensionsexemplar überlassen.

Bewertung: ✦✦✦✦✦

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