Der dunkle Turm Zyklus

Im zarten Alter von 12 Jahren bekam ich von meinen ahnungslosen Eltern das Buch „Friedhof der Kuscheltiere“ von Stephen King im Taschenbuchformat geschenkt. Auch aus heutiger Sicht nicht unbedingt der passende Schmöcker für ein Kind in diesem Alter. Aber sei’s drum. Ich war und bin nicht der einzige, der in diesem Alter angefangen hat, Horrorbücher zu lesen und vielleicht denke ich anders darüber, wenn unser dritter Sohn ebenfalls dieses Alter erreicht hat und schon so manchen Schmöcker sein Brüder gelesen hat.

Der Leser merkt schon: heute geht es mal nicht um ein Kinderbuch.

Für mich war das Geschenk der Auftakt, diverse Horrorbücher verschiedenster Autoren zu lesen, bis Stephen King seine „Der dunkle Turm“-Reihe gestartet hat. Die ersten vier Bücher habe ich noch als Paperback gekauft, kurz nachdem sie in Deutschland erschienen sind, bis ich das Lesen von Romanen aufgegeben habe, weil plötzlich andere Dinge in meinem Leben an Priorität gewannen. Die Folgeromane sind alle erst nach meiner „Prioritätverschiebung“ erschienen, bis nun die stolze Zahl von acht Büchern in den Regalen steht.

Der erste Band erschien in Deutschland 1988 (an solchen Details merkt man sein Alter…), der siebte und letzte der chronologischen Turmreihe 2004. Stephen King schob 2012 noch einen Roman nach, der aber zeitlich innerhalb der Geschichte angesiedelt ist. Immerhin brauchte der Autor nach eigenen Angaben 30 Jahre, um seinen Dunklen-Turm-Zyklus zu beenden. Für mich war das zu lange, um bei der Stange zu bleiben.

Irgendwann kam es mir in den Sinn, die Bücher als Hörbuch mir während der Autofahrt vorlesen zu lassen. Um wieder in die Geschichte hereinzufinden, habe ich bei Teil 1 angefangen. Das war am 21.07.2013. Jetzt, fast drei Jahre später, habe ich alle Bücher durchgehört. 

Drei Jahre?

Es ist gar nicht so einfach, in einem kurzen Blogartikel zu beschreiben, worum es überhaupt geht. Allein, wenn man versucht, die Bücher einem Genre zuzuordnen, wird es schwierig. Und so wird der Zyklus den Genres Fantasy, Science-Fiction, Western und Horror zugeordnet.

Ich finde die Zusammenfassung des gesamten Zyklus im Wikipedia-Artikel recht passend:

„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“
Mit diesem Satz beginnt der erste Band der Reihe. Der Autor hat diesen Satz einmal als einen der besten bezeichnet, die sein künstlerisches Schaffen je hervorgebracht hat. Zur Vollendung des Dunklen-Turm-Zyklus
hat der Schriftsteller nach eigenen Angaben fast 30 Jahre benötigt. Der Dunkle-Turm-Zyklus ist in insgesamt acht Bände aufgeteilt. Die Handlung strickt King allerdings, teilweise in fragmentarischer Form, in anderen Romanen und Kurzgeschichten weiter.

Stephen Kings Zyklus um den Dunklen Turm ist eine epische Fantasysaga mit Western-, Horror- und Sci-Fi-Elementen, die von der Reise des Revolvermannes Roland Deschain „auf dem Pfad des Balkens“ zum Dunklen Turm handelt. Rolands Mission ist es, den Turm, der das Zentrum des Multiversums darstellt, aus der Hand des Scharlachroten Königs zu befreien. Unter dessen Herrschaft befindet sich Rolands Heimat
Mittwelt in einem zunehmenden postapokalyptischen Zerfall, was im geflügelten Wort ihrer Bewohner, wonach sich „die Welt weitergedreht“ habe, zum Ausdruck kommt. Rolands Mittwelt ist eine der unseren in vielerlei Hinsicht ähnliche, halb mittelalterliche, halb westernartige Parallelwelt, wo Wissenschaft und Zauberei gleichberechtigt nebeneinander existieren (oder zumindest bis zum Auftauchen des Scharlachroten Königs taten).

Auf dieser Reise begegnet Roland seinem Ka-Tet, seinen Schicksalsgefährten aus unserer Welt, deren Anführer er wird: Jake Chambers, ein kleiner Junge aus dem Jahre 1977, Eddie Dean, ein abhängiger New Yorker Drogenkurier aus den 1980er Jahren, und Odetta Holmes/Detta Walker/Susannah Dean, eine im Rollstuhl sitzende Schwarze mit Persönlichkeitsspaltung aus den mittleren 60er Jahren. Als fünftes Mitglied ihres Ka-Tets gesellt sich der Billy-Bumbler Oy zu ihnen, eine in Mittwelt häufige Mischung aus Hund, Dachs und Waschbär.

Gemeinsam müssen sie das Multiversum retten, dem unter der Herrschaft des Scharlachroten Königs der Zerfall und Untergang droht. Im Laufe der Handlung stellt sich das Multiversum als Zusammenfassung des gesamten literarischen Schaffens des Autors Stephen King heraus, der auch als eigene Figur im Rahmen der Handlung auftaucht.“

Quelle: „Der Dunkle Turm“ in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Mai 2016,
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Der_Dunkle_Turm&oldid=154051895

Wer einen tieferen Einblick in die jeweiligen Geschichten haben möchte, dem empfehle ich das sogenannte KingWiki, das mit zahlreichen Artikeln die Geschichte beleuchtet und zu jedem Buch eine inhaltliche Zusammenfassung liefert.

Wie war’s?

 

Buchrücken der Paperbacks
Die ersten Bücher erschienen
als sog. Paperbacks

Wer Stephen King kennt, weiß, dass seine Romane über diverse Längen verfügen, so dass ich hin und wieder im Auto saß und dem Radio ungeduldig zurufen wollte: „nun mach schon, nicht so langatmig“.

Auch der Sprecher Vittorio Alfieri, der die ersten sieben Bände gesprochen hat, ist nicht die Bestbesetzung gewesen, wobei er sich im Laufe der Bücher merklich steigert. Dennoch fehlt es ihm an Dramaturgie und Aussprache – vor allem, wenn er englische Passagen liest.

Für die deutschen Versionen kommt hinzu, dass der Übersetzer im Laufe der Zeit gewechselt hat, der Ausdrücke teilweise plötzlich anders übersetzt hat. So hat sich die Welt plötzlich nicht mehr weitergedreht sondern weiterbewegt.

Dennoch hat die Geschichte ihren Reiz. Und wer sich auf die Erzählweise von Stephen King und den Erzähler Alfieri einlässt, bekommt einen phantastischen Genremix geboten, den ich nur empfehlen kann.

Hörzeit

Wer wie ich, sich vornimmt, die Geschichte zu hören, sollte sich jedenfalls auf einige Stunden Hörzeit gefasst machen. Genau genommen auf 169 Stunden. Das entspricht 7 Tagen reine Hörzeit. Und die teilen sich auf die folgende Bücher auf:

Schwarz 8h 12min
Drei 14h 32min
Tot 20h 57min
Glas 32h 32min
Wolfsmond 31h 01min
Susannah 16h 27min
Der Turm 34h 10min
Wind 11h 11min

Der achte Band Wind ist zeitlich zwischen Glas und Wolfsmond angesiedelt. Inhaltlich hat er aber mit den anderen Bänden wenig zu tun. Man könnte Wind sogar lesen, ohne die anderen Bücher gelesen zu haben.

Erwartungsgemäß ist der Abschluss des Zyklus kein Happy-End, so dass das „Wiedersehen“ in Wind mit den Hauptdarstellern erstaunlich guttut. Aber vor allem der sprachliche Wandel Kings ist in diesem Buch deutlich zu spüren. Die Erzählweise ist anders geworden und man scheint zu merken, dass dies ein nachgeschobenes Werk ist

Als Hörbuch wird der Band von David Nathan gelesen, der vom Stil derart anders (und sehr viel besser ist), dass es ein gnadenloser „Hörbruch“ wäre, wenn man den Band zwischenhört.

Natürlich habe ich zwischendrinnen auch andere Bücher gehört. Den kompletten Zyklus am Stück zu hören, war dann (dem Sprecher sei dank) selbst für mich zu anstrengend. Und nun bin ich froh, dass ich es endlich nach drei Jahren geschafft habe, den „Der dunklen Turm“-Zyklus zu beenden und durchgelesengehört zu haben. Rechtzeitig genug, bevor der erste Kinofilm erscheinen wird.

 

Übrigens: ich nutze Audible als Dienst für den Hörbuchdownload. Da ich in meiner Bibliothek sehr viele Bücher liegen habe, die länger als 30h dauern, für die ich länger als ein Monat brauche, haben sich ein paar Guthaben bei mir angesammelt. Vor allem, weil ich demnächst „The Stand“ hören möchte, das mit 54 h sicherlich das längste Buch sein wird, das ich hören werden.
Wer mehr Zeit zum Hören hat, der kann sich gerne bei mir melden. Ich kann das ein oder andere Hörbuch verschenken.

 


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4 responses to “Der dunkle Turm Zyklus”

  1. […] erinnert mich das? Genau, an den Dunklen-Turm-Zyklus, über den ich hier schon mal etwas geschrieben habe. Ebenfalls in dieser Vorbemerkung findet sich […]

  2. […] habe ich 2013 alle Bücher nochmals als Hörbücher gehört. Insgesamt 7 Tage reine Hörzeit. Um das zu hören habe ich in Summe ganze drei Jahre benötigt, […]

  3. […] habe ich 2013 alle Bücher nochmals als Hörbücher gehört. Insgesamt 7 Tage reine Hörzeit. Um das zu hören habe ich in Summe ganze drei Jahre […]

  4. frank sagt:

    Diese Kommentar dient Testzwecken: Der Büchernarr

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